Erklärung gegen Gewalt an lesbischen Frauen in Afrika


Erklärung gegen Gewalt an lesbischen Frauen in Afrika

ERKLÄRUNG

Im Namen der TeilnehmerInnen der Konferenz anlässlich des 20. Jubiläums von ADEFRA (Schwarze Frauen in Deutschland), die vom 22.- 24. September 2006 in Berlin stattfand, wollen wir, Aktivistinnen europäischer, afrikanischer und nordamerikanischer Schwarzer Frauen- und Lesbenorganisationen,
darauf aufmerksam machen, dass lesbische Frauen in Afrika systematischer und brutaler Gewalt ausgesetzt sind, um nur einige Beispiele zu nennen:

- Vergewaltigung und Ermordung von Fanny Ann Eddy in Sierra Leone im Jahre 2004. Ihr Vergewaltiger und Mörder wurde verurteilt, doch er konnte aus seiner Zelle entkommen.
- Ermordung der 19-jährigen Zoliswa Nkonyana durch 20 lesbophobe junge Männer in Khayelitsha, Südafrika im Jahre 2006
- Zahllose andere junge und ältere Lesben auf dem gesamten Kontinent, die vergewaltigt, zu Tode gesteinigt oder sonstiger physischer Gewalt ausgesetzt waren oder getötet wurden,wobei sie oft mit HIV infiziert wurden
- Die Tatsache, dass alle sechs Sekunden in Südafrika eine Frau vergewaltigt wird, oft, weil man ihr vorwirft, sie sei sexuell „unbändig“ und dass sie „es herausgefordert“ habe.

Wir sind empört darüber, dass zunehmend alte und neue homophobe Gesetzgebungen gegen lesbische, bisexuelle und transidentische afrikanische Frauen eingesetzt werden, womit menschenrechtliche Grundprinzipien verletzt werden.

Wir glauben, dass ein anhaltendes Schweigen und Passivität dies sowie weitere gewalttätige, tödliche Angriffe auf lesbische, bisexuelle und transidentische Frauen legitimiert.

Als Bürgerinnen europäischer, afrikanischer und nordamerikanischer Länder

- rufen wir unsere Regierungen und deren gewählte VertreterInnen dazu auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um sicherzustellen, dass die Menschenrechte afrikanischer Lesben respektiert werden und sich dafür einzusetzen, diese massenhafte Gewalt gegen sie zu beenden.
- fordern wir, dass Regierungen und private SpenderInnen die Verwendung von Mitteln für lesbische, bisexuelle und transidentische Gruppen in Afrika bestimmen, damit diese sich gegen diese Gewalt einsetzen und informieren können und um die medizinische Behandlung, Versorgung und Unterstützung HIV-positiver Frauen aus diesen Communities zu gewährleisten.
- fordern wir die afrikanischen Mainstream-Medien auf, die Sensationsberichterstattung und Verleumdung lesbischer bisexueller und transidentischer Frauen einzustellen und stattdessen auf verantwortungsvolle Weise über diese Belange zu berichten.
- fordern wir andere Menschenrechtsorganisationen, HIV/AIDS-Organisationen, die afrikanische Diaspora, Frauenrechtlerinnen und schwullesbische Gruppen dazu auf, sich mit uns zu solidarisieren und sich gegen diese Gewalt auszusprechen.


Wir fordern die Beendigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen.
Wir bestätigen das Recht aller Menschen auf ein Leben in Würde, frei von Diskriminierung und Gewalt.


Berlin, 24. September, 2006


ADEFRA – Schwarze Frauen in Deutschland e.V.
FEW, Forum for the Empowerment of Women, Johannesburg, Südafrika
GLAD, Gays and Lesbians of African Descent, Toronto, Kanada
ZAMI, Amsterdam, Niederlande
Treffpunkt Schwarzer Frauen, Zürich, Schweiz
WGNRR, Women s Network for Reproductive Rights, Amsterdam, Niederlande
JOLIBA – Interkulturell leben und Arbeiten e.V., Berlin, Deutschland
RUBICON Beratungszentrum für Lesben und Schwule, Köln
baraka – international place for lesbians, gays and friend, Köln
Lesbische ALTERnativen, Köln
Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW

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