Keine Gewalt gegen Lesben!


Keine Gewalt gegen Lesben!

Keine Gewalt gegen Lesben

Für das Recht jeder lesbischen Frau auf ein Leben ohne Gewalt oder Diskriminierung. Es gibt viele Formen von Gewalt gegen Lesben. Telefonterror, Beleidigung, Bedrohung, Zwangs-Outing oder Zwangsverheiratung sind nur einige Beispiele. Auch Diskriminierung ist vielfältig: Mobbing, Eltern laden die Geliebte nicht mit ein, ÄrztInnen sehen in der lesbischen Lebensweise ein behandlungsbedürftiges Problem – jede Alltagssituation kann genutzt werden, Lesben zu diskriminieren.

Die Auswirkungen solcher Gewalttaten und Diskriminierungen sind bei jeder Lesbe sehr unterschiedlich. Ängste, Verunsicherung, Isolation bis hin zu Suizidgedanken können die Folge sein. Auch ohne eigene Gewalterlebnisse hat lesbenfeindliche Gewalt Auswirkungen. Allein die potentielle Drohung gewalttätigen Verhaltens reicht aus, sich nicht frei als Lesbe bewegen zu können, und das bedeutet eine starke Einschränkung der eigenen Lebensqualität.

Gewalt gegen Lesben ist ein Problem, das sich besonders dadurch auszeichnet, dass es in vielen Fällen schwer auszumachen ist, ob es denn nun auch stattgefunden hat: War es nun Gewalt gegen Lesben oder gegen wen oder was richtete sich der Angriff eigentlich? Eine Lesbe, die zusammengeschlagen wurde, wird selten wissen, ob ihr der Angriff als Lesbe, als Frau, als Linke... gegolten hat. Egal, wie die Antworten auch lauten mögen: Die Auswirkungen treffen uns als Lesben! Wenn ich als Lesbe geschlagen wurde, werde ich auch dann, wenn ich mir nicht sicher bin, weshalb ich geschlagen wurde, vorsichtiger mit meinem öffentlichen Auftreten als Lesbe sein, zumindest bis ich mein Gleichgewicht und mein Selbstwertgefühl wiedergefunden habe.
Dies gilt besonders für Gewalterfahrungen, die innerhalb lesbischer Beziehungen gemacht werden, da sie besonders traumatisch sind . Und dies auch deshalb, weil Gewalt unter Lesben/Frauen nach wie vor ein Tabuthema ist. Das neue Gewaltschutzgesetz bietet auch lesbischen Frauen Schutz, Lesbenberaterinnen haben sich mit dem Thema beschäftigt und sind gute Ansprechpersonen um über das Unaussprechliche zu reden.

Gewalterlebnisse und Diskriminierungserfahrungen haben häufig weitreichende und langfristige Folgen. Es ist wichtig, damit nicht allein zu bleiben. Manchmal hilft es, über das Erlebte mit vertrauten Menschen zu reden, manchmal ist das jedoch nicht möglich.

Folgende Handlungsmöglichkeiten sind denkbar:

  • Austausch mit anderen lesbischen Frauen
  • Entwicklung von Handlungsalternativen für zukünftige ähnliche Situationen
  • Besuch eines Selbstverteidigungskurses/Selbstbehauptungstraining
  • Unterstützung durch ein Beratungsgespräch
  • Die konkrete Diskriminierung/Gewalttat öffentlich machen
  • Konfrontation des Täters/der Täterin
  • Anzeige erstatten: Bei der Polizei gibt es fortgebildete Ansprechfrauen zu antilesbischer Gewalt. LINK LKA

Unabhängig jedoch davon, wie Einzelne, Gruppen oder auch Projekte, die von anti-lesbischer Gewalt betroffen sind, damit umgehen, ist sie existent und es ist wichtig, sie auch als solche zu benennen.
Sich herauszubewegen aus der individuellen Betroffenheit, sich mit anderen zu vernetzen, bringt immer auch viel Kraft und Selbstwertgefühl für einzelne und eine Gruppe, kann unsere Ohnmacht in Eigenmacht verwandeln.

Auch diese Kategorien durchsuchen: Standpunkte, Aktionen, Protestbriefe & Stellungnahmen