Zwei-Euro-Stellen


Zwei-Euro-Stellen

Freiwilligkeit muss gewährleistet sein!

Die gemeinnützigen Stellen nach Hartz IV sehen bisher keine Freiwilligkeit der Arbeitslosen vor, sondern die Stellen sollen zwangsweise zugewiesen werden.

Das halten wir für eine grundlegend falsche arbeitsmarktpolitische Maßnahme und würden in diesem Falle selber auch keine Frauen mehr einstellen / können:

• Ein gemeinnütziges Projekt kann sich die Frauen nicht aussuchen.
• Die Arbeitskräfte sind nicht zielgruppen- und aufgabenspezifisch motiviert.
• Gerade für gemeinnützige Tätigkeiten sind Vorerfahrungen und ein eigenes Interesse notwendig.
• Arbeit mit bedürftigem, teils abhängigem Klientel muss gewollt sein.
• Der Aufwand für die Einarbeitung und die Auswahl, die der gemeinnützige Träger aufbringen müsste, ist ohne diese Eigenmotivation zu groß.
• Unterbezahlte Zwangsarbeit ist grundlegend nicht förderungswürdig und steht der Gemeinnützigkeit, dem Ehrenamt entgegen.

Bisher sind unsere Erfahrungen sowohl mit den Stellenträgerinnen, als auch mit den Auswirkungen unseres arbeitslosen Klientels, die solche Maßnahmen angenommen haben, positiv und das resultiert ausschließlich darauf, dass die Frauen sich freiwillig für die Stellen entscheiden konnten.

Wir erwarten, dass sich die Wohlfahrtsverbände zusammenschließen und fordern, dass die Stellen nur freiwillig besetzt werden dürfen, dass sie ansonsten keine Stellen zur Verfügung stellen.

Ergänzung dazu im November 2004:
Intervention hat sich (obwohl wir bezahlte Unterstützung gut brauchen könnten) für 2005 gegen die Beantragung sogenannter 1-Euro-Jobs entschieden. Intervention e.V. will nicht "Träger" einer Politik sein, die Menschen ohne ihre Zustimmung gegen unterbezahltes Entgelt zu Tätigkeiten zwingt, die ihnen keine Perspektive und keine Arbeitsplätze schafft. Träger sozialer Arbeit brauchen freiwilliges soziales Engagement und eine gute finanzielle Absicherung, um gute Arbeit zu leisten. ZwangsarbeiterInnen dürfen nicht die Lücken füllen sollen, die durch massive Einsparungen im sozialen Bereich entstanden sind.

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