Konzept 2009


Konzept 2009

Wir stellen euch ein Paradox vor:

Intervention 2009

Nachdem die Interventionistas 2008 in einem beispiellosen Verhandlungsmarathon mit allen in der Bürgerschaft vertretenen Parteien ihr Ziel fast verloren haben, blicken sie trotzdem zuversichtlich in die Zukunft:

Die Versorgung mit psychosozialen Angeboten für lesbische Frauen in Hamburg und Umgebung wird in Zukunft eingeschränkt. Zehn Jahre hat Intervention aus eigener Kraft mit finanziellem und persönlichem Einsatz diese Lücke für Lesben jeden Alters gefüllt.
Diese Versorgung ist Aufgabe der Stadt Hamburg, die sie mit einem Elftel beantwortet: 55.000,- € sind beantragt, 5000,- € wurden mündlich zugesagt. Erst nach einer Evaluation der lesbisch-schwulen Infrastruktur soll weiteres entscheiden werden – voraussichtlich kostenneutral.

Aus einem Patchwork aus drei BSG – Förderungen, zweckgebundenen Spenden aus der BRD, Eigenmitteln aus Erspartem und der riskanten Hoffnung, dass Lesben Intervention nicht im Stich lassen und weiterhin spenden, eintreten und unterstützen, hat sich Intervention entschieden, neben den Pädagoginnen für das JungLesbenZentrum eine halbe Personalstelle mit den Schwerpunkt-Aufgaben Konzeptentwicklung und Management einzurichten.

Die Basisversorgung für lesbische Bürgerinnen findet nur noch im Rahmen der öffentlichen Förderung statt und darüberhinaus nutzt Intervention seine Mittel und Kompetenzen für mehr Wissensvermittlung über die Verbesserungsmöglichkeiten lesbischen Lebens.
Das schafft mehr Selbstbewusstsein, mehr Klarheit, mehr Fachlichkeit und Freiräume für Projektentwicklung. Der Blick geht in die BRD, zumal die bundesweiten Spenden die Basis für die Entscheidung, eine Personalstelle einzurichten, stellten.

Was ist 2009 neu bei Intervention?
- Die Räume erstrahlen im neuen Glanz und mit einem neuen Service-Tresen (Mi 17-19, Do 15-18.30).
- Im LesbenTreff können vorerst keine neuen Angebote aufgebaut und betreut werden.
- Die Homepage wird neu und interaktiver gestaltet.
- Der Facharbeitskreis anders altern knüpft mit einem neuen Konzept an die Arbeit in der traditionellen Senioren- und Pflegearbeit an.
- Die Gründung des bundesweiten Dachverbands Lesben und Alter wird vorangetrieben.
- Der „Kopf wird leer gemacht“: die sachlichen Erkenntnisse aus der Arbeit der letzten Jahre werden in Form von losen Fachblattsammlungen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, Qualitätszirkel werden aufgebaut und Studien werden vorangetrieben.

Was bleibt?
Intervention e. V. hält die Forderung aufrecht, dass die Stadt Hamburg für den „Betrieb des altersübergreifenden LesbenTreff“ Mittel in Höhe der Mehrkosten von 49.000 € zur Verfügung stellt.

- Die Kontinuität, die Ansprechbarkeit, die Lust, Lesbenprojekte auf den Weg zu bringen
- Das JLZ mit dem JungLesbenTreff jeden -Dienstag 16 – 20 Uhr und dem Kampf für eine lesbenrespektierende Akzeptanzpädagogik in Schulen und offener Jugendarbeit
- Die Kontakt-, Telefon und Öffnungszeit jeden Donnerstag 15 bis 18 Uhr.
- Das LesbenTreff-Café jeden Donnerstag 16.30 – 18.30 Uhr
- Die Golden Girls jeden Freitag ab 16 Uhr und ab 18.30 Uhr
- Im LesbenTreff: der Dialog der Generationen, das Sonntagsfrühstück, Kommst Du mit …, Lesben unterwegs, LesbiThea
- Im Verein: Die Arbeitsgruppen anders altern, Spendenaktions-AG, Thanatea und die politische Aktionsgruppe
- Die Netzwerkarbeit mit den Schwerpunkten: LAG Lesben und Schwule, Mädchenpolitik, Lesbengruppen, MHC, 8. März und bundesweit: JungLesbenPädagoginnen, Lesben und Alter, LFT

Am Ende des Verhandlungsmarathons bleibt die Erkenntnis:
Hamburg braucht und hat einen starken Lesbenverein. Die CDU und GAL haben kein Interesse die Basisversorgung einer lesbischen Fachinstitution und Angebote für Lesben jeden Alters zu fördern.

Seit 2006 fördert die BSG – Amt für Gleichstellung - das Projekt „Golden Girls – der Salon für die Lesbe ab 50“ für die Zielgruppe belasteter, isoliert lebender älterer Lesben. Der große Bedarf nach Kontakt und Unterstützung vor allem der älteren Lesben belegt, dass es notwendig ist, dieses Angebote zu fördern und zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen. So konnte das psychosoziale Angebot für ältere Lesben stabil professionell begleitet werden und die daraus resultierende Selbsthilfe unterstützt werden. Je länger das Angebot läuft, desto mehr wird der große Bedarf und das Ausmaß der Not deutlich.

Die Förderung von 3,5 Stunden die Woche von Januar bis April 2007 wurde wie folgt verwendet:
3,5 Stunden     Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des wöchentlichen Angebots „Golden Girls – der Salon für die Lesbe ab 50“

Die Förderung von 7 Stunden die Woche von April bis Dezember 2007 wurde wie folgt verwendet:
3,5 Stunden     Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des wöchentlichen Angebots „Golden Girls – der Salon für die Lesbe ab 50“
1,5 Stunden     Diverse Besprechungen, Planungen, Reflektionen mit über 50jährigen Zeitspenderinnen über deren unterschiedlichen Angebote, sowie die Durchführung des Austauschtreffens älterer Lesben „Ich will was tun“
1 Stunde    Telefonische und persönliche Beratung
1 Stunde    Durchführung von Workshops und Veranstaltungen mit dem Themenschwerpunkt „Alter“, Ziel: Identität stärken, Information, Vernetzung

Die Durchführung einer Selbsterfahrungsgruppen für psychisch belastete Lesben konnte in der Zeit nicht bewältigt werden, was zu Schwierigkeiten im altersübergreifenden, auf die Bedürfnisse älterer Frauen abgestimmten Café führte. Die Vernetzungsarbeit mit Altenhilfeeinrichtungen beschränkte sich auf die AWO-Sozialstation und die Beteiligung an der Woche der Älteren. Die Teilnahme und Mitgestaltung der bundesweiten Fachtagung Lesben und Alter ist für die Honorarkräfte obligat.
Die Projektbezogene Verwaltung: Öffentlichkeitsarbeit, incl. Fachinterviews, Sponsering-Aktionen, Schrift-, Mail, -Telefonverkehr wurde aus Eigenmitteln des Vereins, bzw. ehrenamtlich erfüllt. Der Umfang der Arbeit würde eine 20-Stunden-Stelle rechtfertigen.

 

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